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Aktuelles aus dem Bankhaus

02.04.2012 - Frankfurt (Reuters) - Sal. Oppenheim kehrt in die Erfolgsspur zurück

– von Kathrin Jones und Philipp Halstrick

Nach drei Krisenjahren sieht sich die Traditionsbank Sal. Oppenheim wieder in der Erfolgsspur. Seit der Beinahe-Pleite im Sommer 2009 und der anschließenden Rettung durch die Deutsche Bank stehen Sparmaßnahmen und der Abbau von Altlasten im Vordergrund. Damit gelang dem Kölner Institut 2011 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, wie Bankchef Wilhelm von Haller der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Montag veröffentlichten Interview sagte. Am Ende habe ein zweistelliger Millionengewinn zu Buche gestanden.

Für von Haller, den die Deutsche Bank Ende 2009 zur frisch erworbenen Krisentochter entsandte, ist das nur der Anfang. "Wir wollen in diesem Jahr unser Ergebnis ganz klar weiter steigern", betonte er. Ziel sei es, neue Kunden zu gewinnen und das verwaltete Vermögen von zuletzt stabilen 60 Milliarden Euro auszubauen. In einigen Segmenten stelle die Bank nach ihrer Schrumpfkur neue Mitarbeiter ein. Von Haller setzt auch auf einen positiven Ausgang der Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit mutmaßlichen Fehlern der alten Bankführung. "Dort wo Rückstellungen nötig sind, haben wir sie gebildet", sagte er.

Die mehr als 220 Jahre alte Bank war wegen ihrer Beteiligung an dem mittlerweile insolventen Handelskonzern Arcandor in Schieflage geraten. Die Deutsche Bank sprang damals ein und machte rund eine Milliarde Euro für die Übernahme von Sal. Oppenheim locker. Jetzt hofft der Branchenprimus auf einen ordentlichen Ergebnisbeitrag. Die Deutsche Bank baut ihre schwächelnde Vermögensverwaltungssparte gerade radikal um und will große Teile des institutionellen Geschäfts abstoßen. Übrig bleibt im Großen und Ganzen das Geschäft mit Kleinsparern und vermögenden Privatkunden. Die Traditionsmarke Sal. Oppenheim soll vor allem Millionäre anlocken, betreut aber auch institutionelle Kunden.

Der Abbau von Kredit- und Beteiligungsrisiken bei Sal. Oppenheim – seit Ende 2009 um rund 70 Prozent – solle in den nächsten Jahren weitergehen, betonte von Haller, der in wenigen Tagen seinen 60. Geburtstag feiert. Bei den Sparmaßnahmen sieht er sich dagegen auf der Zielgeraden. "Seit Ende 2009 haben wir sehr hart an der Kostenseite gearbeitet und unsere Gesamtkosten um 50 Prozent reduziert", sagt er. Allein im vergangenen Jahr seien die Kosten um 200 Millionen Euro gesunken. Von den einst 2400 Mitarbeitern sind noch 900 übrig – und dabei soll es nun auch bleiben. Allerdings wurden nicht alle Jobs gestrichen. So verkaufte Sal. Oppenheim das Investmentbanking an das australische Institut Macquarie – mehr als 100 Mitarbeiter gingen damals mit.

Bei der Effizienz muss Sal. Oppenheim noch eine Schippe drauflegen – da sind sich alle Experten einig: "Mittelfristig streben wir eine Cost-Income-Ratio von 75 Prozent an, was wir in diesem Jahr allerdings noch nicht schaffen werden." Die Quote gibt an, wieviel Prozent der Einnahmen von Kosten aufgezehrt werden. Aktuell kommt Sal. Oppenheim hier auf knapp unter 100 Prozent. Bei reinen Privatbanken gilt wegen der kostenintensiven Beratungsleistungen eine Marke von etwa 70 Prozent als gesund. Große Finanzkonzerne liegen in der Regel deutlich darunter. Die Deutsche Bank selbst kam zuletzt nur auf 78 Prozent.


NEUE KUNDEN GEWONNEN

Von Haller war jahrelang selbst bei der Deutschen Bank tätig, wenn auch nicht in der Vermögensverwaltung, sondern im Firmenkundengeschäft. In beiden Bereichen kommt es auf gute persönliche Beziehungen zu den Kunden an. Nach von Hallers Worten war der Reputationsschaden von Sal. Oppenheim keineswegs so groß, wie von so manchen Konkurrenten kolportiert. "Wir haben 2010 und 2011 jeweils Kunden in dreistelliger Anzahl dazugewonnen", betonte er. Wichtig seien ein regelmäßiger persönlicher Austausch und intensive Beratung, das ließen sich die Kunden etwas kosten. "Wir sehen auch einen Trend zu mehr leistungsorientierter Vergütung. Das gilt für die institutionellen Kunden, aber auch für große Privatkunden."

Von Haller äußerte sich damit positiver als etwa die Schweizer UBS, einer der Branchenführer in der Vermögensverwaltung. Die Bank hatte erst kürzlich beklagt, die Margen blieben unter Druck, weil die Kundschaft in der Schuldenkrise zu passiv mit ihrer Geldanlage sei.

Dagegen sieht von Haller in der Euro-Schuldenkrise mit der Griechenland-Rettung das Schlimmste überstanden. Die Unsicherheit der Investoren habe abgenommen, die Märkte dürften sich Schritt für Schritt beruhigen. Die Politik habe gelernt, die richtigen Lösungen zu finden und auch die Medien reagierten inzwischen gelassener. "Wenn Sie eine Geisterbahn zum zweiten oder dritten Mal fahren, wissen Sie genau, wo der Geist steht."

Berlin – Auf Einladung der BELA Foundation hatten am 7. Februar 2012 mehr als 200 ausgewählte Studenten die Möglichkeit, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über „Europas Weg in die Zukunft“ zu diskutieren. Gefördert wurde die BELA Debatte im Berliner Neuen Museum von Sal. Oppenheim.


An der Veranstaltung nahmen Studenten aus ganz Europa teil. Sie erlebten eine Bundeskanzlerin, die sich mit großer Überzeugung für eine weitere europäische Integration einsetzt. Die großen Fragen der Zeit seien in der Welt des 21. Jahrhunderts nur gemeinsam zu meistern, betonte Merkel. Die junge Generation erwarte eine verantwortungsvolle Aufgabe. „Viele von Ihnen, die hier sitzen, werden am zukünftigen Haus Europa mitbauen. Ich darf Ihnen versprechen: Ihre Generation wird noch eine Menge zu tun haben bei dem, was Europa in Zukunft ausmacht“, sagte die Kanzlerin am Ende ihres Vortrags. In der anschließenden von dem Financial-Times-Korrespondenten Quentin Peel moderierten Debatte stellte sie sich den Fragen ihrer jungen Zuhörer.


Für das Bankhaus Sal. Oppenheim sind Veranstaltungen wie diese eine wesentliche Voraussetzung, um den europäischen Gedanken erfolgreich in die Zukunft zu tragen. „Wir begrüßen das Engagement der BELA Foundation und freuen uns, die Förderung der künftigen Führungseliten Europas aktiv unterstützen zu können – insbesondere in einer Phase, in der Europa vor so großen Herausforderungen steht wie heute“, erklärte Wilhelm von Haller hierzu.


BELA steht für „Broader European Leadership Agenda“. Die 2006 von Barbara-Maria Monheim gegründete Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, talentierte Studenten aus ganz Europa zum Gespräch zusammenzubringen und ein Netzwerk junger Führungseliten zu schaffen, die sich dem europäischen Integrationsprozess verpflichtet fühlen. Neben Konferenzen, Seminaren und Preisverleihungen richtet die Stiftung Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen aus, mit denen sie der jungen Generation ein Forum bietet, um mit führenden Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in den Dialog zu treten.

Die Bielefelder Niederlassung von Sal. Oppenheim ist umgezogen. Die Niederlassungsleiterin Claudia Dohn und ihr Team residieren nun in der Mauerstraße 8, 33602 Bielefeld.

Ebenso wie die bisherigen Büroräume in der Ritterstraße ist die Adresse in der Bielefelder Innenstadt Teil des historischen Industriegebäudekomplexes der ehemaligen Leinenweberei, die im 19. Jahrhundert entstand.

Wie gut ist eigentlich die Qualität von Marktprognosen? Dieser Frage geht das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in seiner vierteljährlichen Umfrage nach. Im Vergleich mit 18 Banken belegte Sal. Oppenheim in der aktuellen Beurteilung den ersten Platz.


Für den ZEW-Prognosetest werden bei den teilnehmenden Instituten regelmäßig Quartals- und Halbjahres-Prognosen für sechs Einzelgrößen abgefragt. Neben den kurz- und langfristigen Euro-Zinsen (EURIBOR 3 Monate, Rendite zehnjähriger Bundesanleihen), fließen auch Aktien- (STOXX 50-Index, DAX 30 Index, TecDAX-Index) und Währungsprognosen (US-Dollar/Euro-Kurs) in die Bewertung ein.


Zu den teilnehmenden Instituten zählten neben Sal. Oppenheim auch die Deutsche Bank, Julius Bär, HSBC Trinkaus Burkhardt, die Allianz und die Commerzbank sowie die WestLB.


Veröffentlicht werden die Prognosen jeweils zu Beginn des Quartals in der Börsenzeitung. Zusätzlich führt das ZEW eine Analyse der Prognose-Qualität durch und erstellt ein Ranking das sich an der Treffsicherheit orientiert.

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