Die Rahmenbedingungen für die deutsche Kreditwirtschaft haben sich im Geschäftsjahr 2004 nicht nachhaltig verbessert. Trotzdem erwirtschaftete der Sal. Oppenheim-Konzern ein operatives Ergebnis von 97,4 Mio. €, das leicht über dem Vorjahresergebnis liegt. Hinzu kommt ein Gewinn von 59,6 Mio. € aus dem Verkauf von 50,1% der Anteile an der Oppenheim Immobilien- Kapitalanlagegesellschaft mbH (OIK), so daß sich insgesamt ein Jahresüberschuß vor Steuern von 157,0 Mio. € ergibt.

Die obengenannte Veräußerung der Beteiligung an der OIK führte zur Entkonsolidierung und Bilanzierung der nunmehr gehaltenen 43,9% nach der Equity-Methode. Dadurch ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr wesentliche Veränderungen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV), insbesondere bei den Posten „Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen”, „Provisionsüberschuß” und „Verwaltungsaufwendungen”.

Im Zuge der Weiterentwicklung der Immobilienaktivitäten hat Sal. Oppenheim eine Beteiligung von 25,1% an der IVG Immobilien AG erworben. Während im Vorjahr die OIK rund 22,8 Mio. € zum operativen Ergebnis beisteuerte, beläuft sich der Ergebnisbeitrag von IVG und OIK im Berichtsjahr insgesamt auf 26,5 Mio. €. Vor diesem Hintergrund verhalten sich die vorgenannten Beteiligungsveränderungen im Vergleich zum Vorjahr weitgehend ergebnisneutral.

Zins- und Provisionsüberschuß

Der Zinsüberschuß, der die Beteiligungserträge einschließt, erhöhte sich um 48,3% auf 137,6 Mio. €. Ausschlaggebend waren, bedingt durch die Entkonsolidierung, die bereits oben genannten Ergebnisbeiträge von OIK und IVG. Darüber hinaus konnten höhere Dividenden aus Handelsbeständen und eine Verbesserung der Zinsmarge erzielt werden.

Der Rückgang des Provisionsüberschusses ist ein Ergebnis der Entkonsolidierung der OIK. Davon abgesehen verzeichnete Sal. Oppenheim ein stabiles Wertpapierkommissionsgeschäft sowie höhere Vermögensverwaltungsentgelte aus zusätzlichen Mandaten. Des weiteren verbesserten sich die Provisionserträge im Corporate Finance-Geschäft.

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Nettoertrag aus Finanzgeschäften

Das Handelsgeschäft des Konzerns wird überwiegend von der Bank durchgeführt, die sich hauptsächlich auf die Emission von Retailderivaten und den Eigenhandel in Aktien konzentriert. Bei den Retailderivaten konnte durch eine Vielzahl von Produktinnovationen die Marktstellung gefestigt werden. Aufgrund der Struktur des Geschäfts und der damit verbundenen Sicherungsbestände werden die Ertragskomponenten im Zinsüberschuß und Nettoertrag aus Finanzgeschäften ausgewiesen. Dem im Geschäftsjahr 2004 rückläufigen Nettofinanzergebnis, das im Vorjahr durch die Realisation von Kursgewinnen überwiegend aus Fälligkeiten positiv beeinflußt war, stehen gegenläufige Effekte im Zinsüberschuß gegenüber. Insgesamt hat das Handelsgeschäft einen stabilen Beitrag zum Ergebnis geleistet.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verminderung der Verwaltungsaufwendungen ergibt sich fast ausschließlich aufgrund der Entkonsolidierung der OIK. Der Rückgang der Personalkosten wurde durch den Anstieg der übrigen Sachkosten nahezu kompensiert. Die Dotierung der Pensionsrückstellung erfolgt bereits seit dem Vorjahr nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen hat sich um 2,7 Mio. € auf 2,1 Mio. € verbessert. Zu den wesentlichen Posten gehörten auf der Ertragsseite die Entgelte für sonstige Dienstleistungen und auf der Aufwandsseite die Abschreibungen auf Venture Capital-Beteiligungen, die gegenüber dem Vorjahr signifikant gesenkt werden konnten.

Risikovorsorge

Die Risikovorsorge weist wie im Vorjahr mit 4,5 Mio. € einen positiven Betrag aus. Für die Bildung von Wertberichtigungen wurden 12,8 Mio. € aufgewendet. Kompensierend wirkten die Erträge aus Wertpapieren der Liquiditätsreserve, die um 2,5 Mio. € auf 17,3 Mio. € anstiegen.

Saldo aus Finanzanlagen

Der Saldo aus Finanzanlagen von 34,0 Mio. € resultiert vor allem aus dem Verkaufserlös von Anteilen an der Deutschen Asset Management Europe GmbH und der Realisierung von Gewinnen aus Wertpapieren des Anlagevermögens. Im Vorjahr war in dieser Position der Verkauf von Anteilen an der Euroclear plc. enthalten.

Aus dem Verkauf von 50,1% der Anteile an der Oppenheim Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft mbH wurde ein Gewinn von 59,6 Mio. € erzielt. Nach einem Steueraufwand von 15,5 Mio. € verbleibt ein Jahresüberschuß von 141,5 Mio. €.

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Bilanzsumme erhöht sich um 22,9%

Die Bilanzsumme des Konzerns hat sich im Jahr 2004 deutlich um 22,9% auf 11.898 Mio. € erhöht. Sie setzt sich im wesentlichen aus den Bilanzpositionen der KGaA und der Tochterbanken in der Schweiz und in Luxemburg zusammen. Während die Forderungen an Kreditinstitute leicht um 51 Mio. € auf 2.431 Mio. € sanken, war bei den Forderungen an Kunden ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Nach Jahren der Rückführung und Konsolidierung weitete sich das Volumen der Kundenkredite um 672 Mio. € auf 2.841 Mio. € aus. Ein Schwerpunkt lag auf Roll over-Krediten.

Das Volumen von Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren reduzierte sich um 176 Mio. €. Die Qualität des Portfolios wurde durch Umschichtungen weiter verbessert. Der überwiegende Teil der Wertpapiere dient der Besicherung von Finanzierungsfazilitäten und Handelsgeschäften. Die Aktien und Investmentanteile stiegen um 32,6% auf 2.781 Mio. € an. Ursächlich hierfür waren der Erwerb zusätzlicher Fondsanteile für den Eigenbestand sowie der Aufbau von Aktienpositionen, die als Sicherung für Emissionen dienen.

Die Beteiligungen erhöhten sich um 335 Mio. € auf 472 Mio. €. Ausschlaggebend für den Anstieg war der Erwerb von 25,1% der Anteile an der IVG Immobilien AG zu einem Kaufpreis von rund 274 Mio. €. Die sonstigen Aktiva erhöhten sich um 713 Mio. € auf 1.990 Mio. €. Diese Steigerung war vornehmlich auf den Anspruch der Oppenheim Beteiligungs-AG auf Übertragung von Aktien der BHF-BANK AG in Höhe von 600 Mio. € zurückzuführen. Hinzu kommen die im Vergleich zum Vorjahr um 64 Mio. € höheren Optionsprämien, die aus der Neuemission von Aktienanleihen und Zertifikaten stammen.

Verbindlichkeiten

Während die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 129 Mio. € sanken, stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um 13,7% auf 6.228 Mio. € und stellten damit, wie auch schon in den Vorjahren, das zentrale Refinanzierungsinstrument von Sal. Oppenheim dar.

Die verbrieften Verbindlichkeiten stiegen durch die Neuemission von Anlageprodukten deutlich um 65,1% auf 2.325 Mio. € und stärkten damit die kurz- und mittelfristige Refinanzierungsbasis des Bankhauses. Dieses Wachstum ist hauptsächlich auf die Emission von Zertifikaten zurückzuführen, während das ausstehende Volumen der Aktienanleihen auf hohem Niveau leicht rückläufig war. Mittlerweile stellen die Zertifikate zwei Drittel der eigenen Emissionen dar. Die sonstigen Passiva stiegen infolge des starken Derivategeschäfts und der damit verbundenen Zunahme der erhaltenen Optionsprämien um 158 Mio. € auf 1.565 Mio. €.

Eigenkapital deutlich erhöht

Im März 2004 wurde das Grundkapital um 300 Mio. € auf 500 Mio. € erhöht. Der Betrag stammt aus Gesellschaftsmitteln und wurde den Kapital- und Gewinnrücklagen entnommen. Im Dezember 2004 erfolgte im Zusammenhang mit dem Erwerb der BHF-BANK eine weitere Anhebung des Grundkapitals um 400 Mio. € auf nunmehr 900 Mio. €. Dazu übernahmen die Kommanditaktionäre eine Kapitalerhöhung von 200 Mio. €. Weitere 200 Mio. € stellte dieser Gesellschafterkreis als langfristiges Fremdkapital in Form einer stillen Beteiligung zur Verfügung. Die Gewinnrücklagen erhöhten sich, ohne Berücksichtigung der oben beschriebenen Umwidmung, um weitere 107 Mio. € aus Zuweisungen aus dem Bilanzgewinn 2003 und dem Jahresüberschuß 2004. Der Ausgleichsposten für Anteile Dritter stieg um 3 Mio. € auf 20 Mio. €. Der Bilanzgewinn des Konzerns erhöhte sich um 4,7 Mio. € auf 32,7 Mio. €. Insgesamt beträgt das Eigenkapital zum Jahresende 1.300 Mio. €.

Die Risikoaktiva erhöhten sich auf 6.957 Mio. €. Die Kennziffer nach Grundsatz I liegt bei 25,2% und stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozentpunkte an. Die Eigenmittel bestehen fast ausschließlich aus Kernkapital.

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