In einem insgesamt günstigen Kapitalmarktumfeld hat die Sal. Oppenheim Gruppe mit 309 Mio. € ihr bislang bestes Vorsteuerergebnis erzielt. Von diesem Ergebnis entfallen auf Sal. Oppenheim 258 Mio. € und auf die BHF-BANK 87 Mio. €. Im Bereich der Konzernsteuerung ist ein Aufwand von 36 Mio. € angefallen. Nach Steuern beläuft sich das Ergebnis auf 241 Mio. €, wobei ein im Wesentlichen bei der BHF-BANK entstandener latenter Steueraufwand von 39 Mio. € (Vorjahr latenter Steuerertrag von 9 Mio. €) berücksichtigt wurde. Die Erträge erhöhten sich um 12% auf 1.093 Mio. € und überschritten erstmals die Milliardengrenze. Wachstumstreiber waren hierbei das Provisions- und Handelsergebnis.
Der Zinsüberschuss betrug 242 Mio. € und enthält neben den klassischen Komponenten aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft auch die Zinserträge und -aufwendungen aus Derivaten des Bankbuchs. Er teilt sich mit 143 Mio. € auf Sal. Oppenheim und mit 115 Mio. € auf die BHF-BANK auf. Auf Konzernebene entstand ein Zinsaufwand von 16 Mio. €.
Die Risikovorsorge weist einen Betrag von 2 Mio. € aus. Während den Wertberichtigungen aus dem Kreditgeschäft per Saldo 15 Mio. € zugeführt wurden, reduzierten sich die Rückstellungen aus dem Kreditgeschäft aufgrund von Auflösungen um 13 Mio. €. Das Kreditportfolio besteht weitestgehend aus Adressen der Kategorie Investment Grade. Wie schon im Vorjahr erfolgte bei der BHF-BANK planmäßig die risikoorientierte Reduktion des Kreditvolumens.
Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen von 47 Mio. € betrifft mit 44 Mio. € Sal. Oppenheim und mit 3 Mio. € die BHF-BANK.
Der Provisionsüberschuss hat sich um 26% erhöht und ist mit 528 Mio. € traditionell die Hauptertragsquelle des Konzerns. Besonders hervorzuheben sind die gestiegenen Erlöse aus dem Emissions- und Wertpapiergeschäft, die auf eine zunehmende Handelstätigkeit unserer Kunden zurückzuführen sind, und die Provisionen aus der Vermögensverwaltung. Durch die erstmalige Vollkonsolidierung der Oppenheim Pramerica Fonds Trust GmbH entsteht ein Provisionsergebnis von 16 Mio. €. Vom Provisionsergebnis entfallen 320 Mio. € auf Sal. Oppenheim und 208 Mio. € auf die BHF-BANK.
Das Handelsergebnis beträgt 151 Mio. €. Davon erwirtschaftete Sal. Oppenheim 142 Mio. € und die BHF-BANK 9 Mio. €. Die wichtigste Ertragssäule bei Sal. Oppenheim stellt nach wie vor der Bereich Equity Trading dar. Das Volumen der Emission von Retailderivaten konnte erneut stark ausgeweitet werden. Die hohen Dividendenerträge aus Aktien spiegeln die gute Situation bei den börsennotierten Unternehmen wider. Bei der BHF-BANK steht der Zins- und Devisenhandel im Vordergrund.
Das Finanzanlageergebnis beträgt 118 Mio. €, davon entfallen auf Sal. Oppenheim 83 Mio. € und auf die BHF-BANK 35 Mio. €. Sal. Oppenheim hat 25% seiner Anteile an der Oppenheim Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft mbH an die IVG Immobilien AG veräußert. Hieraus ergab sich ein Gewinn von 51 Mio. €. Darüber hinaus wurden weitere kleinere Beteiligungen veräußert. Mit dem Verkauf von Wertpapieren des Anlagebestands wurden 23 Mio. € erzielt.
Der Verwaltungsaufwand stieg insgesamt um 15% auf 782 Mio. €. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Rückstellungen für gewinnabhängige Vergütungen und der Anstieg der Mitarbeiterzahl um 330 Personen. Im Konzern beschäftigen wir im Jahresdurchschnitt 3.490 Mitarbeiter. Der Personalaufwand stieg entsprechend auf 468 Mio. €. Die anderen Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich aufgrund der dynamischen Geschäftsentwicklung auf 277 Mio. €. Die Abschreibungen belaufen sich auf 37 Mio. €. Von den Verwaltungsaufwendungen entfallen 462 Mio. € auf Sal. Oppenheim, 300 Mio. € auf die BHF-BANK und auf die Konzernebene 20 Mio. €.
Das Sonstige betriebliche Ergebnis beläuft sich auf 7 Mio. €. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 91 Mio. € betrifft hauptsächlich den seinerzeitigen Ertrag aus der Auflösung des passivischen Unterschiedsbetrags, der aus der Erstkonsolidierung der BHF-BANK resultierte.
Vor Steuern ergibt sich ein Konzernergebnis von 309 Mio. €. Unter Berücksichtigung eines laufenden Ertragsteueraufwands von 29 Mio. € sowie latenten Steueraufwendungen von 39 Mio. € verbleibt ein Konzernjahresüberschuss von 241 Mio. €. Die Anteile Dritter am Jahresergebnis betragen 7 Mio. €.
Die Konzernbilanzsumme beläuft sich auf 35,3 Mrd. € und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Mrd. € erhöht. Dieser Zuwachs betrifft ausschließlich Sal. Oppenheim und spiegelt die positiven operativen Entwicklungen wieder, die insbesondere in den Bereichen Equity Trading und Retail Business zu verzeichnen waren. Von der Bilanzsumme entfallen auf Sal. Oppenheim 17,5 Mrd. € und auf die BHF-BANK 17,8 Mrd. €.
Die Handelsaktiva entwickelten sich rückläufig und betragen zum Bilanzstichtag 9.335 Mio. €. Darin enthalten sind Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere mit 3.004 Mio. €, Aktien und nicht festverzinsliche Wertpapiere mit 2.073 Mio. € sowie positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten mit 4.258 Mio. €.
Die Zum Fair Value designierten Aktiva erhöhten sich um 152 Mio. € auf 3.484 Mio. €. In dieser Position sind im Wesentlichen Schuldverschreibungen mit 2.839 Mio. € sowie Aktien und nicht festverzinsliche Wertpapiere mit 589 Mio. € enthalten.
Die Forderungen an Kreditinstitute haben sich um 31% erhöht und betragen 9.241 Mio. €. In dieser Position wurde die uns zur Verfügung gestellte Liquidität angelegt, die nicht in andere Aktivposten geflossen ist. Zunehmend werden Repo-Transaktionen abgeschlossen, die eine besicherte Form des Geldmarktgeschäfts darstellen und damit der kreditrisikoschonenden Platzierung der Liquidität am Markt dienen.
Die Forderungen an Kunden haben sich um 397 Mio. € auf 6.231 Mio. € erhöht. Davon entfallen auf das Geschäft mit Firmenkunden 3.626 Mio. € und auf das Privatkundengeschäft 2.539 Mio. €. Der verbleibende Betrag von 66 Mio. € entfällt im Wesentlichen auf öffentliche Haushalte.
Die Wertberichtigungen aus dem Kreditgeschäft weisen einen gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhten Bestand von 159 Mio. € aus, der sich mit 125 Mio. € auf Einzelwertberichtigungen und mit 34 Mio. € auf Pauschalwertberichtigungen bezieht.
Die Finanzanlagen stiegen deutlich um 1.489 Mio. € auf 6.023 Mio. €. Davon entfallen 4.457 Mio. € auf Schuldverschreibungen und 571 Mio. € auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere. Bei den Beteiligungen und Anteilen an assoziierten Unternehmen sind insbesondere die strategischen Investments bei der IVG Immobilien AG und der IKB Deutschen Industriebank AG, mit der im Bereich der mittelständischen Kunden eine intensive Zusammenarbeit erfolgt, sowie das Finanzinvestment an der Deutschen Hypothekenbank AG zu nennen.
In den Sonstigen Aktiva von 559 Mio. € sind Steuererstattungsansprüche mit 296 Mio. €, immaterielle Anlagewerte mit 98 Mio. € und Private-Equity-Investments mit 16 Mio. € enthalten.
Die Handelspassiva erhöhten sich um 367 Mio. € auf 9.818 Mio. €. Die wesentlichen Positionen betreffen mit 5.005 Mio. € begebene Schuldverschreibungen des Handelsbestands und mit 4.653 Mio. € negative Marktwerte derivativen Finanzinstrumenten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich auf 7.548 Mio. € und entfallen hauptsächlich auf Geldmarkteinlagen bei der BHF-BANK. Die Kundeneinlagen sind deutlich um 2.450 Mio. € auf 14.443 Mio. € gestiegen und machen damit 41% der Passivseite aus. Sie sind zum einen das zentrale Refinanzierungsinstrument des Konzerns und zeigen zum anderen das in uns gesetzte Vertrauen, das auf langjährigen Kundenbeziehungen beruht. Ein weiteres Instrument der Refinanzierung stellen die verbrieften Verbindlichkeiten mit einen Bestand von 715 Mio. € dar.
Die Sonstigen Passiva betragen unverändert 534 Mio. €. Darin sind laufende und latente Ertragssteuerverpflichtungen von 166 Mio. €, Verpflichtungen aus dem Personalbereich von 80 Mio. € sowie als Fremdkapital qualifizierte Anteile Dritter am Eigenkapital von 78 Mio. € enthalten.
Das Nachrangkapital von 195 Mio. € betrifft ausschließlich die BHF-BANK und enthält ohne Ausnahme nachrangige Verbindlichkeiten. Im Berichtsjahr wurden Genussrechte in Höhe von 111 Mio. € fällig.
Das Eigenkapital erhöht sich um 171 Mio. € auf 1.935 Mio. € - im Wesentlichen aufgrund des erzielten Konzernjahresüberschusses von 241 Mio. €.
Zur Steuerung verwendet die Bank als wesentlichen Leistungsindikator die Cost-Income-Ratio (Aufwand-Ertrag-Relation). In die Ermittlung der Cost-Income-Ratio fließen alle Vorsteuer-GuV-Positionen ein, mit Ausnahme der Wertberichtigungen und des Nettoertrags aus Finanzanlagen. Die Verwaltungsaufwendungen werden ins Verhältnis zu den Ertragspositionen gesetzt. Danach ergibt sich für das Geschäftsjahr eine Cost-Income-Ratio von 80,2%.
Eine weitere wichtige Kennziffer stellt die Eigenkapitalverzinsung vor Steuern (Return on Equity) dar. Bei der Ermittlung der Eigenkapitalverzinsung vor Steuern wird der Jahresüberschuss vor Steuern ins Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt. Dabei wird unterstellt, dass das Jahresergebnis kontinuierlich im Jahresverlauf erwirtschaftet wurde. Insoweit stellt das Eigenkapital mit Stand vom 1. Januar 2006 abzüglich der gezahlten Dividende und zuzüglich des halben Jahresergebnisses die Basis für die Berechnung dar. Danach ergibt sich eine Eigenkapitalverzinsung vor Steuern von 16,5%.
Als weiteres Steuerungselement dienen die Kennziffer nach Grundsatz I und die damit im Zusammenhang stehenden Risikoaktiva. Zum Ende des Geschäftsjahres 2006 betrug die Kennziffer 12,3% bei Risikoaktiva von 15,8 Mrd. €. Die Eigenmittel bestehen weitgehend aus Kernkapital.
Vorgänge von besonderer Bedeutung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sind nach Schluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten.
