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Der Goldpreis ist auf Talfahrt. Für Maximilian Uleer, Rohstoffexperte unseres Hauses, kommt das nicht überraschend. Die Gründe hat er analysiert:

Gold ist seiner Funktion als Krisenwährung in den vergangenen Jahren nicht gerecht geworden: Der Goldpreis zeigte keine Reaktion auf geopolitische Krisen (IS, Ukraine, Iran-Konflikt). Während er 2012 noch von Befürchtungen eines Auseinanderbrechens der Europäischen Währungsunion profitierte, blieb er zuletzt unbeeindruckt – so wie die Finanzmärkte insgesamt inzwischen viel stärker zwischen dem Risiko eines Grexit und den anderen EU-Mitgliedsstaaten differenzieren.

Gold hat als Anlageklasse Konkurrenz bekommen: Der erste Zinsschritt in den USA rückt näher. Gleichzeitig bleibt die Inflation niedrig. Dadurch werden Spareinlagen als Alternative zu vermeintlich sicherem Gold attraktiver. Abflüsse aus Gold-ETCs (Exchange-Traded Commodities) belegen: Das Investoreninteresse tendiert abwärts. Während Aktien und Renten weiter anstiegen, hat der Goldpreis seit 2013 verloren und sich immer wieder über Monate hinweg seitwärts bewegt. Dies hat selbst hartgesottene Goldverteidiger entmutigt.

Parallelen zur Vergangenheit drängen sich auf: Die aktuelle Goldpreisentwicklung erinnert sehr an 1980. Damals brach der Goldpreis innerhalb von 2 Jahren um 50% ein. Anschließend kam es zwar immer wieder zu kurzfristigen Erholungen; es dauerte jedoch knapp 20 Jahre (2001), bis der Goldpreis wieder zu einem positiven Trend fand. Wer auf langfristig steigende Preise hofft, muss womöglich viel Geduld mitbringen.


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