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Frank Hübner, stellvertretender Chefvolkswirt bei Sal. Oppenheim, rechnet im Dezember mit einer Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank (FED). „‘Telegrafiert’ ist die Leitzinswende seit geraumer Zeit”, so Hübner. Zudem stünde das Thema auf dem Programm, wenn der Offenmarktausschuss der US-Notenbank am 15. und 16. Dezember zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt. „FED-Chefin Yellen hat zuletzt mit ihren Ausführungen die Erwartungen eines Zinsschritts im Dezember beflügelt“, so Hübner weiter. Im September hätten Wachstumsrisiken in China und anderen großen Schwellenländern die FED zögern lassen. Zudem spräche die positive Entwicklung vor allem am Arbeitsmarkt für eine geldpolitische Normalisierung. „Dank der starken Binnenwirtschaft erwarten wir eine leichte Wachstumsbeschleunigung im zweiten Halbjahr“, erläutert Frank Hübner seine Einschätzung. „Ein Zinsschritt wäre ein ‘Adelsschlag’ für die US-Wirtschaft und daher kein nachhaltiger Störfaktor für die Entwicklung der Aktienmärkte“, so sein Urteil.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine Adjustierung ihrer geldpolitischen Maßnahmen angekündigt. „Die EZB wird nochmals nachlegen“, davon ist Ulrike Kastens, Volkswirtin bei Sal. Oppenheim, überzeugt. Schließlich müsse verhindert werden, dass die Inflation zu lange zu niedrig bleibt. „Der Grund für diese Maßnahmen liegt in den Risiken, die aus der Schwäche der Schwellenländer für Wachstum und Inflation der Eurozone erwachsen können“, erläutert Kastens. Daher erwartet sie, dass die EZB eine Verlängerung des bestehenden Wertpapierankaufprogramms beschließen wird. „Bis Mitte 2017 rechnen wir mit einem zusätzlichen Ankaufvolumen von mindestens 500 Milliarden Euro“, so Kastens. Diskutiert werde ferner eine erneute Senkung des Einlagenzinssatzes. Dieser sei – quasi als Obergrenze – auch für das Volumen potenziell erwerbbarer Staatsanleihen maßgeblich, denn die EZB kaufe keine Anleihen mit Renditen unterhalb dieses Satzes. „Dies würde zusammen mit einer Verlängerung [der Ankäufe] das Versprechen der EZB erneuern, auf sehr lange Zeit ein sehr niedriges Zinsniveau anzustreben“, betont Ulrike Kastens.

„Die Bank of England (BoE) hat keine Eile dabei, die geldpolitische Wende einzuleiten“, glaubt Katrin Löhken, Volkswirtin bei Sal. Oppenheim, denn infolge der schwächeren Weltkonjunktur hätten die Risiken für die britische Wirtschaft zugenommen und der Inflationsdruck bliebe gering. So gehe die BoE davon aus, dass sich die Inflationsraten bis Mitte 2017 unter der Marke von 1 % bewegen könnten. „Wir haben den Eindruck, dass die Notenbank erst die Entwicklung in den USA abwarten will, bevor sie selbst aktiv wird“, begründet Katrin Löhken ihre Einschätzung.